Hej,
wir haben lange überlegt heute zu schreiben, das hätte die Spannung erhöht! Wir haben Jokkmokk nicht in Felle gewickelt und auf eigenen Füßen bzw. Rädern wieder verlassen.
Zum gestrigen Tag muss ich noch nachliefern, wir hatten tatsächlich gestern Vormittag einen Wildwechsel – ein Eichhörnchen hatte unseren Weg gekreuzt. Das war’s zunächst auch und wir hatten uns schon damit abgefunden, dass Rentiere sich vielleicht nicht von Insassen roter Reisemobile sehen lassen wollen. Doch kurz vor Jokkmokk stand ein Rentier am Straßenrand, dann noch eins.
Heute Nacht hat es ein wenig geschneit, so 3-4 cm, jedenfalls waren die Bäume gezuckert und wir sind mit -4° in den Tag gestartet. Die Fahrt begann erneut bei blauem Himmel und Sonnenschein und wieder den Inlandsvägen weiter gen Norden. In Gällivare haben wir im Café By Marléne unsere schon bekannte Fika eingelegt. Einen besonderem Gruß an Claudia: ich hatte Semlor (schwedische Windbeutel). Auch heute endlose Weite vor und hinter uns und das bei Sonnenschein bis zum frühen Nachmittag.
In Vittangi haben wir nochmal vollgetankt – ein nicht voller Tank ist ein leerer Tank – sagt ein gelesener Reiseautor. Wenn ihr denn mal im coop-Markt in Vittangi einkaufen solltet, wundert euch nicht über die nette Kassierin – weil sie eine Freundin in Heidelberg hat, lernt sie mit Duolingo Deutsch. Daher freut sie sich, wenn sie Gelerntes anwenden kann.
In Karesuanto geht es dann links über eine Brücke und man ist in Karesuvanto. Wir haben Schweden über seine nördliche Grenze nach Finnland verlassen.
Es ist spät geworden und im Dämmerungslicht sehen wir noch ein paar Rentiere und erreichen das Ziel Galdotieva um 17:00 Uhr. Das liegt im Nirgendwo und ist Tankstelle, Bar, Restaurant, Minimarket und Campingplatz in Einem. Bis 19:00 Uhr gibt’s Essen, die Sauna ist für Männer von 19:00 – 21:00 geöffnet. Wäre da nicht die von uns vergessene Zeitumstellung, es war 18:00 Uhr Ortszeit als wir dort ankamen, hätten wir es ruhig angehen lassen können. Jetzt hatten wir plötzlich doch etwas zeitlichen Stress. Vor allem, weil nicht alle Standplätze vom Schnee geräumt waren. Vor uns waren schon zwei Reisemobile vor Ort, des Weiteren zwei Pickups mit Anhängern für Skidoos und dann kam auch noch ein dritter Pickup mit Anhänger. So mussten wir die Fahrzeuge umparken und umschichten. Wir haben es dennoch hinbekommen. Nach dem Abendessen wissen wir jetzt auch, dass auf dem Bier zu meinem Rentiergeschnetzelten eine Alko-Steuer von 25,5 % erhoben wird und damit eine kleine Flasche (0,33 cl) leckeren finnischen Biers 8 € kostet. Bei dem abschließenden Saunagang konnten wir uns dennoch schon wieder entspannen.
Und zum Abschluss des Tages: Polarlichter am Himmel!















Gut, dass Ihr bald wieder aus Finnland raus seid, in Norwegen – eurer nächsten Station – kostet das kleine Bierchen bekanntenmaßen ja mindestens 10 EUR, hahaha. Und was sind denn schon 8 EUR für so tolle Polarlichter?
Hattet Ihr unterwegs ein Rentier erlegt, weil es so etwas in geschnetzelter Form zum Abendessen gab?
Macht weiter so, es ist nicht mehr weit … 🙂
Hallo ihr Zwei,
Nachdem fast jedes zweite Wort in euren Berichten fremdsprachlich klingt müsst ihr ja schon perfekt in schwedischnorwegischfinnisch sein :-)! Vielen Dank für die tollen Bilder und euch weiterhin viel Spaß! LG Heiner mit Rosi. PS „stängt“=geschlossen???
Liebe Rosi, lieber Heiner,
ja, stängt bedeutet geschlossen. Das mit den Fremdsprachen könnte bei mir besser sein, ein altes Schulleiden ;-). Danke für die guten Reisewünsche, es macht uns sehr viel Spaß und wir haben besonders viel Glück mit dem Wetter. Wir berichten weiter. Liebe Grüße
Kleiner Schwedisch Sprachkurs 🙂
„Stängt“ gehört zu den schlechten schwedischen Worten und bedeutet, wie vermutet, „geschlossen“. Dagegen gehört „Fika“ zu den guten schwedischen Worten, ist Nationalsport und heißt „Kaffeepause“ :-). Gaaaanz wichtig in Schweden!
Liebe Grüße, Günter