Hej,
Abisko gilt als Höhepunkt einer Wintertour durch Lappland. Dabei besteht es im wesentlichen aus der STF (Svenska Turistföreningen) Abisko Turist Station. Es ist Hotel, Hostel, Hütten, Campingplatz (leider nur im Sommer 🙁 ), Infocenter und Buchungsbüro sowie Startpunkt für alle möglichen Aktivitäten. In dem Hotel-Restaurant gibt es ein Frühstücks- und Mittagsbuffet, ein dreigängiges Abendessen und natürlich Fika-Kaffee. Ein Ort, an dem sich alle treffen. Und das sind sehr viele aus fast ebenso vielen Ländern.
Was es in Absiko leider nicht gibt: einen Wohnmobilstellplatz; sowohl am STF als auch am großen Parkplatz der Bahnstation ist das Übernachten im Wohnmobil untersagt. Daher standen wir ein paar Kilometer weiter an einer Zufahrtstrasse zu einem privaten Campingplatz (Trailerpark) und einem Hüttenareal am Ufer des Torneträsk. Für eine Nacht war das ok.
Nachdem es gestern und in der Nacht sehr bedeckt war, hofften wir für heute auf besseres Wetter. Der erste Blick nach dem Aufwachen war ernüchternd, es war grau und es fiel wieder Schnee, aber so langsam wurde es besser und kurz nach 8 Uhr erste Sonnenstrahlen zwischen den Wolken.
Elias hat für uns einen Rundweg im Abisko Nationalpark ausgesucht, der uns zunächst dem Kungsleden – einem rund 470 Kilometer langen Fernwanderweg in schwedisch Lappland bzw. Sápmi – folgen lässt, um dann zum Njakajaure, einem kleinen See, abzuzweigen und uns auch den Blick zum Lapporten, einem Trogtal südöstlich von Abisko, ermöglichen soll. Auf dem Rückweg ging es dann über Gebirgsheide und Permafrostböden.
Waren es am Einstieg zu unserem und anderen Trails noch mehrer Gruppen, wanderten wir bald für uns. Es ging durch Birkenwälder, entlang des meist zugefrorene Gorsahjoka rechts von unserer Strecke. Der Weg war sowohl von Fußgängern als auch von Skilanglaufwanderen gespurt und je nach Schneefestigkeit und Schneehöhe entsprechend tief. Ich habe daher nach etwa 20 Minuten die Schneeschuhe vom Rucksack genommen und sie mir untergeschnallt. Von da an war es weniger anstrengend und vor allem auch trittsicherer. An windexponierten Stellen des Weges war es nämlich auch eisig.
Der Blick zum Lapporten öffnete sich uns erst im zweiten Teil des Weges, nicht bei strahlendem Sonnenschein sondern mit Wolken umrahmt, auch sehr schön. Selbstverständlich hatten wir uns zur Stärkung mit Kvikk Lunsj von Freia ausgestattet – bei Wanderungen ein Muss in Norwegen (auch wenn wir jetzt schon wieder in Schweden sind). Freia ist Norwegens bekanntester Schokoladenhersteller und eine solche hat schon Roald Amundsen bei der Eroberung des Südpols am Leben gehalten.
Ein Highlight auf unserer Tour erwartete uns auf dem Rückweg durch die karge Landschaft des Permafrost: ca. 100 Meter von uns entfernt lagen zwei Elche versteckt im lichten Birkenwald. Wenn nicht ein junges schwedisches Pärchen vor uns diese entdeckt hätten, wären wir wohl vorbei gegangen ohne diese zu bemerken. Die Moose waren ohne Geweih und daher weiblich, vermutlich eine Kuh und deren schon großes Kalb. Wir freuen uns endlich auch Elche in freier Wildbahn gesehen zu haben. Da war es dann gar nicht mehr so schlimm, dass uns auf dem weiteren Rückweg ein eisiger Wind von schräg vorne ins Gesicht bließ. Nach gut 2,5 Stunden waren wir zurück am Parkplatz der Bahnstation und haben uns am Mittagsbuffet im STF gestärkt.
Nachdem sich Elias noch das Derby 1. FCN vs. SpVgg Fürth angeschaut hatte, haben wir bei zwischenzeitlich wieder dichtem Schneefall Abisko verlassen und übernachten heute im Camp Ripan in Kiruna.


















Es heißt: „Wer keine Freia gegessen hat, war nicht in Norwegen“ 🙂 Mein Norwegisch ist zwar etwas eingerostet, aber Kvikk Lunsj heißt wohl soviel wie „schnelles Mittagessen“?
Toll, dass Ihr endlich auch mal ein paar Wildelche gesehen habt. Falls es wirklich eine Elchkuh mit Junge war, war das gar nicht so ungefährlich. Die Viecher werden nämlich sehr schnell aggressiv, um ihr Junges zu verteidigen. Und wer will schon von einer halben Tonne Elchweib umgerannt und geknutscht werden?
Zu Kiruna: Hoffentlich findet ihr es, da es ja alle paar Jahre abgerisssen und ein paar km weiter wieder aufgebaut wird, um fleißigen Erzschürfern Platz zu machen. Gibt es eine Tour hinab in die Schürflöcher und unter Tage? Ihr könnt ja eure Schneeschaufeln (die ja in Norwegen Pflicht waren) zum Mitbuddeln benutzen, hahaha.
Hej Günter, ja es gäbe eine Tour in eines der Bergwerke, aber unser Interesse dafür ist nicht so groß. Im Übrigen entsprechen unsere Schneeschaufeln nicht den Arbeitsschutzbestimmungen in schwedischen Erzgruben. Wir müssen uns außerdem auf den Rückweg machen, am Freitagabend geht unsere Fähre ab Trelleborg zurück und bis dahin sind noch 1.840 km zu fahren.