Hej,
wir sind wieder wohlbehalten nach Hause gekommen – gestern Abend gegen 18:00 Uhr endete unsere Nordkap-Reise.
Nach unserem leckeren Essen am Donnerstagabend, begrüßte uns Stockholm am Morgen mit strahlendem Sonnenschein. Das haben wir genutzt und uns entschlossen doch noch bis Mittag hier zu bleiben. Den Stellplatz mussten wir erst bis 12:00 Uhr verlassen. Durch Södermalm zum Slussen – einem Verkehrsknotenpunkt und seit Jahren eine Baustelle, aber eigentlich ist es die Schleuse zwischen dem Mälaren (Süßwasser) und der Ostsee (Salzwasser). Der Mälaren ist der drittgrößte See Schwedens, ragt bis zu 120 km ins Hinterland hinein und ist doppelt so groß wie der Bodensee. Er ist an vier Schleusen mit der Ostsee verbunden. Die Stadt Stockholm selbst erstreckt sich über 14 Inseln die mit 53 Brücken miteinander verbunden sind, daher auch die Bezeichnung „Venedig des Nordens“. Über die Slussenbron gelangen wir nach Stadsholmen auf der sich die Altstadt – Gamla Stan – befindet. Von dort über die Strömbron nach Norrmalm, auf dieser Insel befindet sich was wir heute als Stockholm City bezeichnen. Wir laufen über die Riksbron zurück auf die kleine Helgelandsholmen, auf der sich neben dem Mittelaltermuseum nur noch der Reichstag befindet, vorbei an der Stelle an der Greta Thunberg am 20.08.2018 ihren „Skolstrejk för klimatet“ begann. Am Rückweg durch die Gamla Stan suchen wir noch nach einem schönen Café für unsere Fika – muss sein! – und wurden am Järntorget in Sundbergs Konditori fündig. Genoßen haben wir unsere Fika vor dem Café natürlich im Sonnenschein.
Nun mussten wir aber doch los um sicher unsere Fähre in Trelleborg zu erreichen. Auf der E4 nach Süden fährt man dann eine ganze Weile am Vättern entlang – der Vättern ist der zweitgrößte See Schwedens und der elftgrößte See Europas. Man könnte fast meinen wir haben eine Seentour gemacht, waren wir jetzt doch bei den drei größten Seen Schwedens. Der Seenreichtum Skandinaviens ist den geologischen Folgen der Eiszeit geschuldet und gerade diese geben dem Norden seinen unvergleichlichen Charakter, den wir so lieben.
Gerne hätten wir noch den Vorschlag von Günter folgend bei „Bolmen Fisk“ am Trafikplats Hamneda an der E4 einen Imbiss eingenommen, aber leider verhinderte eine dreiviertel Stunde Stau wegen eines LKW-Unfall kurz nach Södertälje unserer rechtzeitiges Ankommen. Wir merken es uns für das nächste Mal! Ansonsten waren die 640 Km entspannt zu fahren, man muss nur aufpassen die doch häufigen Geschwindigkeitsbegrenzungen zu beachten, da diese fast immer auch mit einer angekündigten Kameraüberwachung einhergehen. Es halten sich daher fast alle an die zulässige Geschwindigkeit, ansonsten wird es sehr schnell ziemlich teuer.
Trelleborg haben wir rechtzeitig erreicht und uns kurz nach 21:00 Uhr am Terminal H in Lane 19 eingereiht. Auf der Fahrt entsprechend der Wegweisungen durch das im Übrigen gesperrte Gelände haben wir gefühlt das ganze Hafengelände kennengelernt, der Typ der diese Wege umgesetzt hat dürfte seinen Spaß gehabt haben. Ansonsten konnten wir mindestens eine Stunde lang die Fahrkünste des Beladungsanweiser – ein junger, kräftiger, impossanter Typ in neongelber Sicherheitsbekleidung mit ‚men bun‘ – in seinem mannigfach blickendem E-Auto bewundern. Vorwärts wie Rückwärts in atemberaubenden Tempo, wie ein Cowboy der seine Herde treibt.
Es hatte sich schon beim Warten in Lane 19 angekündigt. Die Überfahrt von Trelleborg nach Rostock – etwa 7 1/2 Stunden – war dreidimensional ziemlich bewegt. Der heftige Wind der schon beim Warten in Lane 19 auch an unserem Bus zerrte, hatte auch die Ostsee ziemlich aufgewühlt. Jedenfalls war ich froh schnell einschlafen zu können und auch wache Momente in der Nacht wieder schnell wegschlafen zu können. Elias war das leider nicht so gelungen, entsprechend geschlaucht war er am Morgen.
Nachdem am frühen Montagmorgen Elias den Zug nach München besteigen wird, um rechtzeitig gegen Mittag im Kühtai/Tirol an seinem universitären Seminar „Skibergsteigen“ teilzunehmen, haben wir in Rostock noch Versorgungseinkäufe eingeplant. Und weil es uns vor drei Wochen im Café A Rebours so gut gefallen hat, haben wir uns dort für ein Frühstück angemeldet. Der Betreiber ist ein besonderer Typ – der Name „A Rebours“ ist einem Roman von Joris-Karl Huysmans entliehen, der spielt in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts und bedeutet „gegen den Strich“. Es hat uns dort wieder sehr gefallen und das Frühstück war lecker.
Die Fahrt über deutsche Autobahnen war wieder ohne Probleme und Staus, nicht mal an der Baustelle der Havelbrücke nahe Berlin. Aber es ist bei Weitem nicht so entspannt zu fahren wie in Schweden oder Norwegen, weil für viele ein Tempo von 120 km/h offensichtlich Freiheitsberaubung darstellt. Ohweh, die armen Menschen in den Nordländern sind ihrer individuellen Freiheit beraubt! Wir konnten aber nicht feststellen, dass sie irgendwie darunter leiden oder psychisch auffällig wären.
Es war eine wunderschöne Tour! Wir hatten eine sehr schöne Zeit Miteinander, es bleiben uns tolle Erlebnisse und Erinnerungen. Die Reise stand offensichtlich unter einem guten Stern – unserer Sonne – sie hat uns fast jeden Tag verwöhnt und unvergleichlich schöne An- und Ausblicke ermöglicht. Wir hatten offenbar das Glück jeweils zur richtigen Zeit am richtigen Ort vorbei gekommen zu sein. Drei Wochen so intensive und schön – besser geht wohl nicht!
Dir Elias ganz lieben Dank für deinen Wunsch mit mir diese Tour zu machen, es wird uns bleibende Erinnerung sein!











Die Foodora-Liefer-Roboter waren bestimmt das Highlight! 😊
Ja, am Abend vorher hatten wir schon einen bei der Arbeit gesehen, natürlich behindert von spaßigen Menschen die sich ihm in den Weg stellten und das ganze noch mit einer Baustelle auf dem Fußweg. Aber er hat’s geschafft.
Was für ein tolles Abenteuer!
Danke, danke, dass wir dabei sein durften, danke, dass wir Euch begleiten durften. Interessante, immer lesenwerte Berichte, herrliche Fotos und das Miterleben Eurer Abenteuer haben mir die letzten 3 Wochen allabendlich versüßt.
Ihr werdet sicher noch lange davon zehren und diese Tour wird Euch immer in (besonders guter) Erinnerung bleiben.
Zum Abschluss noch ein kleines „danke“, dass Ihr meine Kommentare ertragen habt 🙂
Hejdå und lycka till beim Wiedereingewöhnen.
Lieber Günter,
danke für Deine Kommentare, Anmerkungen und für’s Mitreisen. Dir noch eine schöne Skiwoche. Wir sehen uns danach!
Was für eine schöne Reise! Ich freue mich für euch, dass sie euch so geglückt ist. Sie bereichert euch fürs ganze Leben, da bin ich mir sicher. Mich hat sie allein durchs Mitlesen bereichert . Nicht nur wegen der eindrucksvollen Natur. Auch wie ihr alles organisiert und gestaltet habt und anscheinend jeden Tag aufs Neue frisch und munter und voller Tatendrang und Neugier geblieben seid, das war sehr mitreißend beim „Mitreisen“. Herzlichen Dank 😊
Noch ein letztes großes DANKE an Doro, die (im Hintergrund) großartige Arbeit als Webseiten Administratorin geleistet hat. Toll!
War mir ein Vergnügen lieber Günter 🙂